Welche Futterrationen wurden untersucht?
Bei dem Versuch wurden 78 Holstein-Kühe in zwei vergleichbare Gruppen eingeteilt (Ø 75. Laktationstag).
Nach einer zweiwöchigen einheitlichen Fütterung folgte der 12‑wöchige Hauptversuchsabschnitt: Gruppe A erhielt die Ration „Versuch BT“ mit 9 kg Biertreber pro Kuh und Tag, Gruppe B die Kontrollration ohne Biertreber.
Anschließend lief ein 7‑wöchiger zweiter Abschnitt mit auf 49 % reduziertem Grobfutteranteil. Beide Rationen enthielten nur 1–2 % Futterpartikel >19 mm (empfohlen: 6–10 %). Die genauen Rationen sind in der folgenden Tabelle dargestellt.
*gemessen an der Gesamttrockenmasseaufnahme
Die Kühe aus der Gruppe “Versuch BT” produzierten eine höhere natürliche und energiekorrigierte Milchmenge. Die Milchfettgehalte waren hingegen identisch. Allerdings zeigte sich trotzdem eine höhere Milchfettleistung. Genauere Informationen können Sie aus der folgenden Abbildung der LWK Niedersachsen entnehmen.

Nicht nur mehr Milch, sondern auch eine bessere Futterverwertung und ein besseres Wiederkauverhalten.
Im Versuch wurde Biertreber eingesetzt und die Anteile von Raps- und Getreide-/Maisschrot reduziert. Beide Rationen hatten eine fast identische Futteraufnahme. Trotzdem hatte die Gruppe mit der Biertreberfütterung eine höhere Milchleistung und eine höhere Fettmengenleistung, was auf die hohe Verdaulichkeit der Zellwandbestandteile bzw. am hohen Hemicelluloseanteil zurückzuführen ist.
Der Versuch hat gezeigt, dass sich der Einsatz von Biertreber in Milchkuhrationen lohnt. Es lässt sich ableiten, dass auch mit geringeren Anteilen an langen Futterpartikeln und Grobfutter in der TMR Kühe wiederkäuergerecht versorgt werden können, ohne Nachteile im Pansenmilieu. Dies zeigten Pansensaftuntersuchungen mit mittleren pH-Werten von 6,4-6,8. Ein festgestelltes atypisches gutes Wiederkauverhalten bestätigte diese These. Des Weiteren stieg die Futtereffizienz.
Bei der Fütterung von Biertreber sollte immer auf eine korrekte Lagerung und Konservierung geachtet werden.

